Friday, December 3, 2021
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Tiervideos gen Youtube – Wo Lamm und Löwe schmusen


Beobachtungen von Kerstin Hensel

Die heile Welt im Reinformat: Clips reichlich außergewöhnliche Tierfreundschaften sind online vornehmlich beliebt. (Unsplash / Krista Mangulsone)

Wie zuckerig, herzig und niedlich: Wölfe kuscheln mit Schafen, Füchse mit Hasen, Hunde mit Katzen. Sind dies Szenen aus dem Paradies? Nein, gen Youtube. Hingegen dies ist notfalls so irgendetwas Ähnliches, findet die Schriftstellerin Kerstin Hensel.

Die Zeiten sind strikt. Viele Personen sehnen sich nachher Milde und Weichheit, nachdem, irgendetwas zu sehen, welches sie aufbaut. Noch jener hartgesottenste Rambo, die coolste Tusse oder jener arrivierteste Erfolgsmensch spüren, zweite Geige wenn sie es ungern zugeben, dieses Bedürfnis.

Nun hat dies Verhalten jener Erdbevölkerung derzeit in Sachen Trost und Aufheiterung wenig zu eröffnen. Und da dies so ist, guckt jener Mensch mit Vergnügen welches mit Tieren. Selbst zweite Geige.

Bilder, die Glückshormone bescheren

In sämtlichen Bildschirmmedien tauchen sie gen: Lustige Tiervideos, die dem gestressten und/oder einsamen Homosexueller sapiens schon beim ersten Aufploppen des Bildes verschmelzen Strom Glückshormone bescheren.

Wie zuckerig, herzig und niedlich sind die Kätzchen, Hündchen, Häschen und welches sonst noch kreucht und fleucht, täppisch torkelt, im Schlamm ausrutscht oder sich in den eigenen Schwanz beißt!

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Niedlich bedeutet irgendetwas Angenehmes, Verlangen Erweckendes. Wir können nicht genug von diesen putzigen Szenen bekommen, die uns in eine weltfremde Welt kreatürlicher Empathie versetzen. Wir lachen und freuen uns, weil wir uns in den tierischen Slapsticks wiedererkennen. Außerdem geht was auch immer ein kleinster Teil drolliger zu, denn im Kontext uns Menschen.

Die Gegensätze können größer nicht sein

Vor allem beliebt unter den animalischen Filmchen sind “außergewöhnliche Tierfreundschaften”, in denen gezeigt wird, wie sich grundverschiedene Tierarten, warum zweite Geige immer, zusammengetan nach sich ziehen.

Es gibt die tollsten Paarungen: Giraffe und Strauß, Katze und Leguan, Waschbär und Axolotl oder Primat und Panter – die Gegensätze können größer nicht sein, die Liebe zueinander zweite Geige nicht. Sie lecken sich reziprok ab, umarmen, umflügeln oder umflosseln sich, dass es uns dies Herze rührt!

Nur welches den Sex zwischen den Gattungen anbelangt, da ist noch Luft nachher oben. Womit dies Web vermeldet: “Nigerianerin bringt Ziege zur Welt.”, “Waliserin gebiert Leimen”, und an jener Nordseeküste wurde gar eine Nixe gesichtet.

Doch dies ist schon wieder welches mit Menschen.

Unter uns Zweibeinern kracht es dauernd

Wir sehen zahm liierte Spezies unterschiedlicher Natur denn Wunder derselben, mehr noch! Zeigen sie nicht dies, welches unser Harmoniebedürfnis zufrieden? Nämlich echte Kameradschaft, wenn ungekocht ideale Liebe? Irgendetwas, zu dem wir offenbar nicht leistungsfähig zu sein scheinen?

Dauernd kracht es unter uns Zweibeinern, wenn sich ein Unbekannter in den Weg stellt. Während an den Zitzen einer Deutschen Schäferhündin wohlig schnurrend ein Perserkätzchen säugt oder ein Hamster tiefenentspannt gen einer zusammengerollten Schlange kauert.

Dasjenige ist dies Paradies, die heile Welt im Reinformat, da sie grausame Wettbewerb, dies ewige Jägersmann-und-Prise-Verhältnis widerlegt. Kein Zweifel: Jene Geschöpfe sind unserer mentalen, moralischen, ergo evolutionären Schöpfung äonenweit dominant.

Fürsorglich und unzertrennlich sind sie füreinander da, ohne körperliche, sprachliche, kulturelle oder soziale Konflikte. Na in Folge dessen, geht doch!

Wohlfühlclips in sonst so harten Zeiten

Zeitgeistbeseelt betrachtet sind sie die wirklich woken, zutreffend fühlenden Wesen, weil von jener Erkenntnis penetriert: Die Gesamtheit wird gut, wenn wir nur, wie die pflanzenfressenden Haie aus dem Streifen “Findet Nemo”, immer schön vegetarisch denken.

Die Schlange streicht den Hamster von ihrem Speiseplan und setzt ihn denn Best Friend gen die Prioritätenliste ihrer Bedürfnisse. Da ist es egal, ob die Wissenschaft solch Verhalten schnöde zu entzaubern trachtet: Ein Reptil, dies sich gen seine Winterruhe vorbereitet, ist reibungslos sehr satt. Verspürt es jedoch im Frühlingszeit wieder Hunger und verspeist unversehens sein geliebtes Nagetier, ist unsrige Empörung weitläufig! Unartig Schlange!

Wie schon gesagt: Die Zeiten sind strikt.

Doch wer Rauheit liebt, kann sich zweite Geige anderen Youtube-Empfehlungen anheimgeben: “Schockierenden Tierkämpfen” wie, wo sich Adler und Schlange, Hund und Katz gen trefflichste im Kontext lebendigem Leibe zerfleischen.

Porträtfoto von Kerstin Hensel (privat)Kerstin Hensel (privat)Kerstin Hensel, Jahrgang 1961, ist Professorin zum Besten von Poetik an jener Hochschule zum Besten von Schauspielkunst “Grimmig Strauch” in Hauptstadt von Deutschland. Wie Autorin hat sie zahlreiche Gedichte, Romane und Essays geschrieben. Im März 2020 erschien ihre jüngste Novelle “Regenbeins Farben”.



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