Tuesday, November 30, 2021
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Perfider Plan jener Rechten: “Die Demokraten tappen in die Fallgrube”


Dasjenige Wahldebakel jener US-Demokraten zeigt: Mit den Republikanern ist wieder zu rechnen. Doch hinter deren Gelingen steckt ein Plan fundamentalistischer Christen, sagt die Extremismus-Expertin Annika Brockschmidt.

t-online: Nullipara Brockschmidt, Joe Bidens Demokraten nach sich ziehen zwischen jener Gouverneurswahl im Bundesstaat Virginia spürbar gegen die Republikaner verloren. Waren Sie von dem Wahldebakel förmlich überrascht?

Annika Brockschmidt: Kaum einer politische Kraft, die den Präsidenten gestellt hat, ist es in den vergangene Jahrzehnten gelungen, Virginia pro sich zu profitieren. Insofern ist dasjenige einerseits kein vollkommen überraschendes Ergebnis. Eine andere Sache ist wirken viele überrascht, dass die Republikaner ein Jahr nachher Trumps Abwahl so stark sind. Dasjenige wiederum überrascht mich.

Gewonnen hat jener Kandidat Glenn Youngkin allem Erscheinungsbild nachher zwischen vielen Wechselwählern, den Independents, die noch vor einem Jahr Joe Biden ihre Wahlstimme gaben. Ist dasjenige nicht erstaunlich?

Nein, denn die Republikaner nach sich ziehen schon vor Monaten damit begonnen, eine neue, ungeschützt rassistisch motivierte Angriffslinie gegen die Demokraten zu starten. Mit jener Paradigma, die Demokraten würden Kinder an Schulen mit bestimmten Theorien indoktrinieren wollen, hatten sie großen Gelingen. Erziehungsberechtigte wurde etwa Muffensausen damit gemacht, ihren Kindern würden pornografische Inhalte vermittelt.

Dasjenige klingt erst mal irritierend. Können Sie dasjenige verdeutlichen?

In einem Wahlwerbespot pro Glenn Youngkin ließen die Republikaner zum Sichtweise eine Schraubenmutter zu Tage treten. Sie beklagte sich mit bebender Wahlstimme darüber, ihr Sohn wäre völlig verstört gewesen, weil er gezwungen worden sei, ein Buch zu Vorlesung halten, in dem schreckliche pornografische Inhalte vorkommen. Die Botschaft: Die Linken wollen mit ihren perfiden Sexualvorstellungen die Kinder frühsexualisieren.

Sie sprechen von dem Roman “Beloved” jener schwarzen Autorin Toni Morrison, jener von Sklaverei in den Vereinigten Staaten handelt.

Genau, nicht zuletzt wenn jener Titel im Video selbst nicht erwähnt wurde. Die wohl pornografischen Szenen, von denen die Schraubenmutter in dem Clip sprach, sind tatsächlich Szenen sexuellen Missbrauchs, die in diesem Buch vorkommen, um letzten Endes den Horror jener Sklaverei zu entlarven. Es geht um den Dimension jener sexuellen Ausbeutung und sexueller Missbrauch von Sklaven durch weiße US-Amerikaner. So ein Buch aus den Stundenplänen zu streichen unter dem Vorwand jener Pornographie, ist im Grunde jener Versuch, diesen Teil jener amerikanischen Vergangenheit zu streichen.

Obwohl jener Republikaner Glenn Youngkin nie explizit ein Verbot dieses Buches gefordert hat, warf ihm sein demokratischer Gegner Terry McAuliffe vor, genau dies zu planen. Die Republikaner konnten den Demokraten dann wiederum Hype vorwerfen. Ist dasjenige die sogenannte Dog-Whistle-Politik, wie sie ein Donald Trump nicht bessern könnte?

Ja, die Republikaner stellen sich überaus geschickt an und die Demokraten tappen in solche rhetorischen Hinschlagen. Indem, dass Glenn Youngkin in seinem Werbespot mit jener Schraubenmutter, die “Beloved” zensieren wollte, warb, kann man ihm eine solche Status natürlich nahelegen. Dennoch dasjenige war nicht geschickt.

Sie vereinnahmen sich schon tief mit den sogenannten Religiösen Rechten in den USA. In Ihrem Buch “Amerikas Gotteskrieger. Wie die Religiöse Rechte die Volksherrschaft gefährdet” charakterisieren Sie deren Strategien. Welches nach sich ziehen ebendiese mit jener Wahl in Virginia zu tun?

Im Grunde geht es wellenlos nicht um den Einzelfall dieses Buches. Dasjenige Buch dient letztlich qua Programmcode pro irgendwas anderes. Schon seit dem Zeitpunkt Jahrzehnten wird versucht, eine revisionistische christlich-nationalistische Form jener amerikanischen Vergangenheit zu verteilen, aus jener die Religiöse Rechte wiederum ihre Legitimation bezieht. Dasjenige steckt letztlich nach. Die Vergangenheit Amerikas soll qua die eines christlichen Landes dargestellt werden, von und pro Christen gegründet. In jener Vorstellung von einem wohl goldenen Zeitalter, dasjenige nicht zuletzt an die nächste Generation weiterzugeben ist, stört Sklaverei natürlich.

Annika Brockschmidt hat Vergangenheit, Germanistik und War and Conflict Studies in Heidelberg und Potsdam studiert. Sie ist freie Journalistin und Autorin, hat pro dasjenige Zweites Deutsches Fernsehen Hauptstadtstudio gearbeitet und schreibt unter anderem pro den “Tagesspiegel”, “ZEIT Online” und “ZEIT Vergangenheit”. Außerdem produziert sie derzeit den Podcast “HistoPod” pro die Bundeszentrale pro politische Gebildetsein. Linie ist ihr zweites Sachbuch “Amerikas Gotteskrieger” erschienen.

Weil Donald Trump im Virginia-Wahlkampf nie verbinden mit Glenn Youngkin auftrat, wird nun vielfach geschrieben, es gehe nicht zuletzt ohne Trump. Ist dasjenige nicht zu scheinbar betrachtet?

Natürlich hätte Youngkin nicht ohne die Trump-Wähler gewonnen. Dass er nicht verbinden mit ihm aufgetreten ist, war extrem klug. Weil sich so ungefähr konservative, demokratische Wähler profitieren ließen. Dennoch trotz hat Trump ihn unterstützt, ihn in zahlreichen Interviews gelobt. Hätte er seinen Anhängern gesagt, Youngkin ist ein Loser, hätte er nicht gewonnen. Und Youngkin selbst tritt zwar ganz voneinander abweichend hinaus qua Trump. Er trägt Pullunder, er schreit nicht und betupft nicht. Dennoch inhaltlich verbreitet er genau dasjenige, welches nicht zuletzt Trump verbreitet. Er schürt nicht zuletzt Zweifel an Unversehrtheit von Wahlen. Er inszeniert sich qua Moderater, jener sich nur um Elternrechte sorgt, nicht zuletzt wenn dasjenige eine rassistische Dog Whistle ist.

Annika Brockschmidt (Quelle: privat)

Im Wahlkreis Loudoun gab es vereinen Riesenskandal, weil Erziehungsberechtigte einer Schulhaus vorwarfen, vereinen Kern sexuellen Missbrauchs verschweigen zu wollen, weil jener Täter eine transgender Person gewesen sei. Pro die Republikaner ein willkommenes Themenkreis, warum?

Es gab diesen Zwischenfall tatsächlich. Dennoch nicht zuletzt hier ist die Vergangenheit wieder komplexer und nicht zuletzt hier geht es politisch wieder nicht um dasjenige konkrete Ereignis. Unabhängig davon, dass solange bis heute nicht geklärt ist, ob jener Täter sich wirklich qua transgender identifiziert. Es geht um die Paradigma, die Trump, Youngkin, die Republikaner und die Religiösen Rechten daraus zeugen: Wer transgender Frauen den Zutritt aufs Mädchenklo erlaubt, jener gefährdet unsrige Kinder, weil sie ebendiese dann vergewaltigen können. Dass ebendiese Schulhaus eine solche Klo-Regulierung pro transgender Personen weder noch hatte, spielt keine Rolle. Es geht drum, ebendiese Menschen qua potenzielle Sexualstraftäter zu brandmarken und die Demokraten und Gleichberechtigungspolitik qua deren Retter.

Warum werden Schulen unbedingt jetzt zu einem neuen Schlachtfeld und warum ist dasjenige so triumphierend?

Dasjenige Problem ist, dass vielen jener rassistische Hintergrund nicht geistig ist und sie die Strategie nach nicht lukulent benennen. Schon vor Jahrzehnten trommelte die Religiöse Rechte in den USA gegen die Widerruf jener Segregation an Schulen. Nachher deren Willen sollten weiße und schwarze Kinder weiterhin offline unterrichtet werden. Ebenfalls hier ging es wohl um Gebildetsein und drum, weiße christliche Kinder zu schützen.

Und heute?

Heute zieht man gegen die sogenannte Critical Race Theory (CRT) zu Felde. Dasjenige ist eine Strömung aus jener Rechtswissenschaft, die solange bis vor Kurzem kaum jemandem schier prominent war. Hier geht es drum, systemisch bedingten Rassismus im Justizsystem und in jener Gesetzgebung zu wiedererkennen und zu bekämpfen. Die Republikaner versuchen ganz geistig, diesen Fachausdruck qua Kampfbegriff gegen Antirassismus einzuführen, um Muffensausen zu schüren.

Welcher Vorwurf lautet, weiße Kinder würden indoktriniert, sich qua schlechte Menschen zu wahrnehmen. Man sei doch schon viel weiter. Die “Critical Race Theory” würde spalten, statt zu verbinden. Im Zusammenhang vielen Erziehungsberechtigte funktioniert dasjenige offensichtlich.

Welcher Trick ist, dass immer mit Anekdoten gearbeitet wird. Irgendetwas Einzelfall wird hochgezogen, extrem zugespitzt und dann verallgemeinert. Sachverhalt ist, dass an keiner Schulhaus ebendiese Theorie gelehrt wird. So gibt es zum Sichtweise Handreichungen pro Lehrer, in denen es drum geht, wie sie Rassismus im Klassenzimmer begegnen und wie damit umgegangen werden kann. Die Republikaner ungeachtet stellen es so dar: Washington diktiert, dass weiße Kinder lernen sollen, dass sie ungehorsam sind. Dasjenige ist falsch und wird spezifisch gestreut. Dennoch Vergangenheit ist, wie jener Historiker Timothy Snyder sagt, keine Therapie. Wenn man beginnt, hier nachher “Gefühl” zu möglich sein, ist dasjenige jener Beginn von irgendwas wirklich Gefährlichem.

Statement gegen die "Kritische Rassentheorie" (Quelle: imago images)Statement gegen die “Critical Race Theory”. (Quelle: imago images)

Zu welchem Zeitpunkt hat dasjenige angefangen?

Man kann dasjenige sehr genau reproduzieren. Welcher rechte Aktivist Christopher Rufo hat diesen Kulturkampf um die “Critical Race Theory” angestoßen. Mit diesem Buzzword sollen Menschen zum Sich in Schweigen hüllen gebracht werden, zu welchem Zeitpunkt immer es irgendwie um dasjenige Themenkreis Antirassismus geht. Race, dasjenige klingt irgendwie bedrohlich und damit sollen rassistisch unterlegte Ängste von Erziehungsberechtigte geschürt werden.

Wenn all ebendiese Strategien, wie Sie sagen, weder noch so neu sind, warum finden die Demokraten bislang kein Mittel dagegen?

Dasjenige Problem jener Demokraten scheint zu sein, dass sie womöglich aus Muffensausen davor, selbst zu radikal zu erscheinen, die wichtigen Wechselwähler nicht verschrecken wollen. Stattdessen beschäftigt man sich damit, ebendiese geistig ausgelegten anekdotischen Hinschlagen zu widerlegen. Dass dasjenige nicht unbedingt funktioniert, sieht man unter anderem im Wahlergebnis von Virginia. Vor Trump und seinem Stärke kann man ungeachtet, wenn er nicht selbst zur Wahl steht, nur effektiv warnen, wenn man die rassistische Strategie, Inhalte und Rhetorik lukulent benennt. Die Strategie, wenn wir nur moderat genug sind, kriegen wir vielleicht noch ein paar Republikaner, geht nicht hinaus. Denn die Republikaner werden die Demokraten so oder so qua zu sinister darstellen und Joe Biden qua den “Hauptmann jener Roten Brigaden”.



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