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Leichtlebige Junge Frau Mit Acht Buchstaben

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Das ängstigte mich entsetzlich; und je höher meine Angst wuchs, je mehr ich mich mühte, ihn mir zu vergegenwärtigen, um so weniger gelang es mir, um so treuloser schien mich mein Gedächtnis in Stich zu lassen. Ich bin sogar nicht sicher, ob ich an einen verklärten Leib glaubte, oder mir darüber klar war, daß, ging es in Erfüllung, es eine aus meinem Gehirn geborene 358 Illusion sein müßte. In den ersten Tagen war wohl das erstere der Fall; dann, als ich wieder klarer denken konnte, trat die Vorstellung der Illusion in ihre Rechte, an der ich um so zäher festhielt, als sie ja mein Werk sein würde, nur von mir abhing; die Stärke meiner Liebe und Sehnsucht den Ausschlag gab.

Jeder, der das nicht versteht, tut mir aufrichtig leid. Wenn ich an das heutige Europa denke, denke ich auch oft an mein Leben in Jugoslawien und an das Leben des jugoslawischen Archipels nach dem Jahr 1991. Diese Zeilen schreibe ich zur Zeit der Quarantäne, die Bewegungsfreiheit ist eingeschränkt, jeden Tag werden wir von den Fernsehbildschirmen über die Zahl der Neuinfizierten und an dieser unseligen COVID-19-Krankheit Verstorbenen informiert. Wir leben in Ungewissheit, wir blicken mit Angst in die Zukunft, manchmal scheint mir, als seien wir am Ende aller Utopien angelangt, als hätten wir das Zeitalter einer Dystopie angetreten. Vielleicht hat diese mit dem Fall aller Utopien des 20. An die soziale Utopie, an die Größe der eigenen Nation, an den Sieg unseres Glaubens über ihren … auch an die jugoslawische Utopie.

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Besonders eifrig in dieser Beziehung war Jane. Sie that, als habe sie allein die Verantwortung zu tragen, wenn durch irgend eine Unvorsichtigkeit das Resultat meiner langen Geduldprobe schließlich doch noch in Frage gestellt würde. Ich sah in ihrer lästigen Hartnäckigkeit nur die Pedanterie, mit welcher Laien an ärztlichen Verordnungen festhalten, die sie halb verstanden haben; aber da ich keine Veranlassung hatte, an ihrer guten Absicht zu zweifeln, that ich ihr den Willen, wie schwer es mir auch manchmal wurde.

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Meine erste Sprache ist damals genauso zerfallen wie der Staat Jugoslawien, nur völlig unbemerkt. Serbokroatisch hat man sie einmal genannt, heute nennt man sie Kroatisch, Bosnisch, Serbisch und Montenegrinisch. Alle diese vier Sprachen sind mir verständlich, aber keine ist wirklich meine. Meine Sprache, meine Muttersprache gibt es nicht mehr, sie existiert offiziell nicht.

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Ich meine, das süße Gefühl, einer liebenswürdigen Dame eine Gefälligkeit erwiesen zu haben, sollte respektiert werden; man sollte es mir nicht stören, nicht rauben wollen. Ich war von meinem Sitz herabgeglitten, ihm zu Füßen, das weinende Gesicht auf seine Kniee drückend. Nicht, als ob ich mir das Ungeheure, das in dem Worte steckte, in allen Konsequenzen klar gemacht hätte! Das war bei meiner Unerfahrenheit und Unschuld nicht wohl möglich. Es blieb bei einer vagen Vorstellung von einem Opfer, das ich selbst war; und der Überzeugung, ich müsse es bringen, wenn es gefordert würde.

Der Junge im gestreiften Pyjama

So manche Passanten wandten beim Anblick der Hökerei das Gesicht in Abscheu ab, andere feilschten und kauften die blutbefleckten Waren glücklich auf. Die paramilitärischen Truppen plünderten Vukovar genauso aus wie die eminenten Mitglieder der neuen Klasse das in Trümmern liegende Jugoslawien. Auch die Milizionäre wollten einen bescheidenen Gewinn lukrieren, man kann ja kein Gratis-Patriot sein. Vom Tisch der neuen Oligarchen mussten doch auch für sie einige Krümel abfallen. Sie deklamierten im Fernsehen ihre Ansichten von Heimatliebe und Selbstaufopferung, sie feuerten das Volk zum Krieg an, während sie selbst das sozialistische Volksvermögen emsig plünderten. Alle leugneten, etwas mit den Bolschewiken zu tun zu haben.

Wie sie mit bleichen Gesichtern flüsternd zusammenstanden; sich auflösten, um sich wieder um einen zu sammeln, der Auskunft geben zu können schien, die doch keiner geben konnte. Jetzt, da die Jahreszeit keine mehr bot, wollte er wenigstens seine abendliche Partie haben, die er entweder im Klub aufsuchte, oder bei sich zu Hause arrangierte. So hatte er denn heute ein paar Herren zusammengebeten, unter andern den Oberstlieutenant, der mit ihm in der Meisterschaft des Whistspiels rivalisierte, und den Grafen, von dem man freilich wußte, daß er nie eine Karte anrührte, der für ihn aber niemals fehlen durfte. Ich könne ihn ja, bis man zu Tisch gehe, unterhalten. Dank hatten sich die beiden wahrlich nicht um mich verdient; doch wenn sie in mir ihre Feindin und später die Stifterin ihres Unglücks gesehen – wie mochte ich es ihnen verdenken? Aber in Not hätte ich sie nicht geraten lassen dürfen, nachdem ich in der Lage war, sie von ihnen abzuwehren.

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Im goldenen Rom aber, das sich gerettet fühlte, rüstete man ein Siegesfest. Wie lange hatte die ehrgeizige Stadt keinen Triumphzug gesehen! Honorius selbst, der sich ängstlich in die uneinnehmbare Festung Ravenna geworfen hatte (Ravenna war nicht nur durch Türme und Mauern, sondern auch 307 durch das umliegende Sumpfland geschützt), der Kaiser selbst erschien jetzt in Rom. Ob sich auch der Bischof Roms, gewiß der mächtigste Mann in Rom, damals dem Kaiser näherte, erfahren wir nicht; wohl aber erfahren wir von der Göttin Victoria. Er schickte Herolde in die Stadt; Athen öffnete sich ihm nur unter der Bedingung der Schonung; er versprach sie und hielt sein Versprechen. Athen war auch jetzt noch immer die einsame Hochburg des Heidentums; selbst der streng kirchliche Eifer des Theodosius hatte sie verschont.

Aber auch mir leisten sie die besten Dienste. Sie rufen mir das Bild des sechzehnjährigen Mädchens wieder viel lebhafter vor die Seele, als es die bloße Erinnerung vermöchte; und so werden sie mir auch für gewisse spätere Episoden die echten Farben auf die Palette bringen. Für mich hatte das Lied des Wassers unzählige und immer andere Weisen; für mich war der Wald drüben nicht stumm.

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Der Kuß, den du der traurigen 392 Menschenruine zum Abschied auf die bleiche Stirn drücktest, wäre es allein wert, daß es ein Paradies gäbe, in der ich die Plätze zu verteilen hätte. Es stellte sich heraus, daß er für seine Heimreise genau dieselbe Route gewählt hatte, die in unserm Plane lag. Wenigstens behauptete er es; ich mochte ihn nicht durch meine Zweifel kränken. Er war ein lieber, guter Junge, tapfer wie ein Löwe, frei von jeglicher Gelehrsamkeit, aber klar und verständig, anspruchslos, ritterlich dienstfertig, der angenehmste Begleiter.

Mit dem Worte »Liebe« scheint es mir zu sein, wie mit dem einen Sonntagsanzug, den die Gärtnersleute für ihre drei halberwachsenen Jungen haben, und in den jeder gesteckt wird, wenn er zum Kirchgang an der Reihe ist. Das Wort Liebe bleibt dasselbe, und jeder denkt sich etwas anderes darunter; der Anzug bleibt derselbe, und jedesmal steckt ein anderer Junge darin. Ich brachte das alles mit großer Sicherheit vor, ohne auch nur einmal zu stocken. Hatte ich mir doch auf der Heimfahrt, während ich schweigend in meiner Ecke lehnte, reiflich überlegen können, was ich sagen wollte, wenn die Tante, was ich bestimmt erwartete, mich zur Rede stellte.

Als ich das Bibliothekzimmer betrat, stand Philipp an dem runden Tisch im Licht der großen Hängelampe, mir den Rücken zukehrend. Bei dem Geräusch der Thür legte er eine Mappe, in die er Papiere zu ordnen schien, nieder und wandte sich. Ich fühlte, daß ich mich zusammennehmen müsse. Was mir auch bevorstand, es war meine Angelegenheit. So gelang es mir, mich mit leidlicher Fassung zu verabschieden, wiederholt von Jane umarmt und von Arthur höflich zum Wagen geleitet.

Unter Theodosius war das Bild rücksichtslos entfernt worden; Stilicho war nachgiebig; er ließ es wieder aufstellen, und der allgemeinen Stimmung nachgebend machte jetzt in dieser feierlichen Stunde Honorius selbst vor ihm die übliche Gebärde der Huldigung. Wenn aber die Plebs auch noch nach den alten wilden Gladiatorenspielen des Colosseums verlangte, so wurde ihr der Wunsch nicht erfüllt; Stilicho ließ dort nur ein Scheingefecht aller Waffengattungen des Heeres aufführen, das ohne Verwundungen verlief und für das vorher etliche Proben abgehalten wurden. Schon kam Stilicho über die Alpen, auf Mailand. Mit einem kleinen Vortrupp erzwang er sich rasch nachts persönlich den Übergang über die Addua und nötigte Alarich durch Umfassung, von Mailand abzurücken.

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Schließlich hatte ich es aufgegeben, ihnen näher zu treten; jetzt beschränkte sich schon seit Wochen unser Verkehr auf die gemeinschaftlichen Mahlzeiten. Sie währten die denkbar kürzeste Frist, und doch dankte ich Gott jedesmal, wenn eine vorüber war. Der Professor, der, des Abends mit mir allein, der Rede kein Ende finden konnte, schwieg sich aus; die Frauen sprachen kein Wort; ich wurde gegen meine Natur still in dieser stillen Gesellschaft. Und es war nicht die Stille allein, die mich bedrückte; viel peinlicher empfand ich den Geist des Unfriedens, der Vergrolltheit, der Vergrämtheit, der hier herrschte und, wenn er sich auch nicht in Worten äußerte, auf den Gesichtern der Familienmitglieder nur zu deutlich ausgeprägt war.

Aber näher waren wir uns bei alledem nicht gekommen; ja, vielleicht ein wenig weiter voneinander abgerückt. Seine Mutter hatte Eitelkeit die ruling passion seines Wesens genannt. Wäre sie doch in diesem Falle ausnahmsweise weniger scharfsichtig gewesen! Er war eitel auf sein stattliches Äußere, auf sein sprichwörtliches Glück in allen Unternehmungen, auf sein Ansehen in der Partei, sein glänzendes Haus.

  • Wenn ich über die vielen lateinischen und griechischen Citate Klage führte, vertröstete er mich auf die Freiheit zu lernen und zu leben, die ja für mich kommen werde mit der Stunde, in der ich das Kloster verließe.
  • Dazu waren ihre Gefühle für ihn viel zu kompliziert.
  • Er war es augenscheinlich auch auf mich, von der alle Welt ihm sagte, daß sie seine Stellung in der Gesellschaft ganz ausnehmend gehoben habe.
  • Bis heute weiß er nicht, ob der Schachspieler die Wahrheit gesagt oder auf morbide Weise mit vorgetäuschten Kriegstaten geprahlt hat.
  • Den sehr tüchtigen jungen Philologen, der mir bei meinen Studien half, hätte ich jetzt wohl entlassen können; ich behielt ihn, um mich von ihm in die griechische Sprache einführen zu lassen.
  • Das Gespräch, wie so ziemlich alle, die man mit der so wunderlichen, wie geistvollen Frau führte, endete in Scherz und Lachen.

Die politische Demagogie aller Farben nützte Hand in Hand mit den Medien das kaum vergangene Kriegsleid und die nicht verheilten Wunden für eine rohe Abrechnung und Festigung der neuen Machthaber auf jeder einzelnen Insel aus. Heute kann ich über Jugoslawien in literarischen Metaphern sprechen. Damals, anno 1991, hatte ich persönlichere Überlegungen. Wie hätte es anders sein können, wo ich bis zu diesem Jahr mein ganzes Leben im Staat mit diesem Namen verbracht hatte. Ich dachte an den Augenblick der Trennung zwischen Slowenien und Jugoslawien, ich verglich es sogar mit äußerst persönlichen Erfahrungen, das heißt mit den Geschichten von Freunden und Verwandten, denen solche Dinge widerfahren waren. Im ersten Fall errichten wir die Gesellschaft auf der Vorstellung, dass wir die anderen vor unserer Bosheit bewahren müssen.

Alles dies trug Claudian am 304 Hofe selbst vor; alljährlich hat er im prunkenden Festsaal an bedeutsamen Tagen vor den erlesenen Spitzen des Reichs seine Poëme feierlich deklamiert. Also war auch der Hauptperson, dem Stilicho, diese Ethik genehm, das ist klar. Es sind Stilichos Gesinnungen, die wir da lesen, und dieser Vandale wächst für uns darum an Größe. Schon früher habe ich dies wiederholt klargestellt (s. meine Claudianausgabe, S. LXIII ff.), möchte aber noch einmal darauf zurückkommen. Als Beweis aber dient zudem das Gedicht »über den Erlöser« (de Salvatore), das wir von ihm besitzen und dessen Echtheit zu bezweifeln ausgeschlossen ist (vgl. Postgate in der Classical Review 1893 S. 3).

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