Friday, December 3, 2021
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Jan Fleischhauer: Nachruf hinaus eine Die noch kein Kind geboren hat, die lebte, welches sinister war


Die FOCUS-Regelmäßig erscheinender Artikel eines Autors von Jan Fleischhauer: Partei des Demokratischen Sozialismus ist tot – Nachruf hinaus eine Die noch kein Kind geboren hat, die ihre Freude an Steaks im Flugzeugführer und bösen Witzen hatte

Erinnern wir uns, wofür die Linken einmal angetreten waren: gegen dasjenige Moralinsaure, gegen die Prüderie, gegen dasjenige Bigotte in den Verhältnissen. Wenn nicht was auch immer täuscht, ist es damit vorbei.

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Solche Regelmäßig erscheinender Artikel eines Autors ist ein Nachruf. Sie ist ein Nachruf hinaus eine bekannte Journalistin. Und sie ist welcher Nachruf hinaus eine politische politische Bewegung, mit welcher es zu Finale geht, weil dasjenige, wofür sie stand, qua überholt oder qua gefährlich gilt.

Die Journalistin Bettina Gaus ist gestorben. Am 21. zehnter Monat des Jahres erschien ihre letzte Regelmäßig erscheinender Artikel eines Autors. Sie trug den Titel „Die Entmündigung welcher Die noch kein Kind geboren hat“ und ging welcher Frage nachher, warum in Beziehungen mit männlichen Vorgesetzten die Die noch kein Kind geboren hat immer qua Todesopfer gesehen wird, ebenfalls dann, wenn sie eine solche Bindung wünscht. In ihrer Redaktion stieß dasjenige nicht nur hinaus Zustimmung, wie man sich denken kann.

Es war ein klassischer Gaus-Text: schepp zur gewünschten Linie, geschrieben in tätigem Angedenken an dasjenige, wofür die Linken einmal angetreten waren – gegen dasjenige Moralinsaure, gegen die Prüderie, gegen dasjenige Bigotte in den persönlichen und politischen Verhältnissen.

Ehe sie sich an den nächsten Text zeugen konnte, wurde sie ins Krankenhaus eingeliefert, wo sie am nächsten Tag verstarb. Wollte man pathetisch sein, würde man sagen: Jener Tod hat ihr den Stift aus welcher Hand genommen. Natürlich war sie ebenfalls eine starke Raucherin, welches sonst? Die E-Zigarette war noch nicht getürkt, qua sie zu schreiben begann. Dies korrekte Leben war ohnehin nicht so ihre Sache.

Natürlich sah man sich hinaus welcher richtigen Seite welcher Historie

Man kann von Bettina Gaus manches lernen. Man kann zum Paradebeispiel lernen, welches Schreibdisziplin bedeutet. Die meisten Volk würden, wenn sie die Diagnose erhielten, sie hätten nicht mehr nachhaltig zu leben, was auch immer stillstehen und liegen lassen. Demgegenüber so ist dasjenige zwischen Journalisten, zu Händen die dasjenige Schreiben mehr qua ein Brotberuf ist: Sie zeugen simpel weiter. Jener große Konservative William Fluor. Buckley wurde einmal gefragt, warum er so viel schreibe. Weil er Fracksausen habe, dass die andere Seite mehr schreibe, war seine Ergebnis.

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Gaus entstammte einer Welt, die bürgerliche Eröffnung und linke grundsätzliche Einstellung noch mühelos verband. Untergeordnet daran lohnt es zu erinnern, weil es so selten geworden ist. Selbst kenne dasjenige Umwelt aus eigener Position. Es ist eine Welt, in welcher man Thomas Mann las und Flüsschen hörte und taktgesteuert den Sandinisten in Nicaragua die Daumen drückte und zu Händen den Partisanenkrieg des angolanischen Volkes die Sammelbüchse herumreichte.

Natürlich sah man sich hinaus welcher richtigen Seite welcher Historie. Demgegenüber da man sich zusammenführen Sinn zu Händen die Unübersichtlichkeit und die Widersprüche des Lebens bewahrt hatte, war es einem möglich, weiterhin mit Menschen zu verkehren, die eine ganz andere politische Auffassung vertraten qua man selbst.

Selbst habe Bettina Gaus ein paarmal getroffen, meist hinaus Podien oder zwischen Diskussionsrunden, wo wir zusammen eingeladen waren. Sie war streitlustig, ebenfalls bissig, wenn es sein musste, ungeachtet nun mal nie beckmesserisch oder verklemmt oder verbiestert wie so viele, die sich heute welcher Linken zuschreiben. „Ende Widerwille ein Steak. Im Flugzeugführer“: So eine Titel würde sich die Belegschaft des politisch wachen Journalismus, die jetzt den Ton angibt, nicht mal im Scherz verheiraten.

Bettina Gaus verließ im März die „taz“, zu Händen die sie 30 Jahre geschrieben hatte

Partei des Demokratischen Sozialismus, mit welcher ich weithin wurde, war eine politische Bewegung gegen falsche Autoritäten. Gegen dasjenige Miefige und Spießige, dasjenige zusammenführen aus den Überresten welcher 50er Jahre anwehte. Es gab hinaus welcher Linken immer schon den pietistischen Propellerflügel, welcher streng darauf achtete, dass niemand aus welcher Warteschlange tanzte. Jener Strichlisten führte, wer qua Abweichler oder Konterrevolutionär aufgefallen war. Demgegenüber daneben gab es nun mal ebenfalls die Sponti-Gruppe, die sich zusammenführen Jux daraus machte, was auch immer einzureißen, welches die Genossen vorne an ideologischen Pappwänden aufgebaut hatten.

Solche Linke zeichnete eine gewisse Furcht- und Respektlosigkeit aus, eine sozusagen anarchische Lust an welcher Regelverletzung. Die Vertreter welcher neuen Linken hingegen repräsentieren sich ein, sie wären schon wahnsinnig mutig und umstürzlerisch, wenn sie ihre Malaisen und Zurückweisungen zur Schau stellen. Hier sind die meisten Malaisen nur imaginär, und die größte Heldengeschichte ist am Finale die Streichung einer Buchlesung.

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Gaus hatte zu Händen all dasjenige noch ein Gespür, insofern wurde es ebenfalls trostlos um sie. Im März verließ sie die „taz“, zu Händen die sie 30 Jahre geschrieben hatte – erst qua Alte Welt-Korrespondentin, dann qua Leiterin des Parlamentsbüros. Jener Streit zusätzlich zusammenführen Text, in dem Polizisten zu Fall erklärt wurden, hat sie zusätzlich Nacht heimatlos gemacht.

Die Autorin, eine dieser queerfeministischen Stimmen, die in welcher Medienwelt hinaus Händen getragen werden, weil sie die aufregende Exotik des Fremden verkörpern, hatte in einer Regelmäßig erscheinender Artikel eines Autors Polizisten hinaus den Müllhaufen gewünscht, zu ihresgleichen, wie es in dem Text hieß. Gaus erkannte dasjenige qua dasjenige, welches es ist: zusammenführen eklatanten Moor mit den Grundsätzen, zu Händen die sie angetreten war. In Bezug auf harsch fiel ihre Replik aus.

Man hatte sie in welcher „taz“ gedruckt. Demgegenüber im darauf einsetzenden Sturm fühlte sie sich unzureichend geschützt, ebenfalls vor dem Mob in den eigenen Reihen, welcher sie qua Feindin markierte und dann wie eine Feindin behandelte. Man unterschätzt leichtgewichtig, wie verletzlich ebenfalls Frauen sein können, die beim Wettbewerb, wer am meisten Hass erdulden muss, nicht die Hautfarbe oder Gesinnung welcher Spielzeit nach sich ziehen. Fortan schrieb sie beim „Spiegel“.

Vor allem ist die moderne Linke roh humorlos

Die Trennlinie verläuft durch viele Redaktionen, die einmal zu Händen ein progressives Deutschland stritten: hinaus welcher zusammenführen Seite die alten Linken, die noch an so altertümliche Pipapo wie Menschenwürde und die Macht des Arguments vertrauen – und hinaus welcher anderen die Truppen, die aus Modefächern wie den Postcolonial Studies hereingeschwemmt kommen und den Not an Sprachwitz und Schlagfertigkeit durch besondere Gesinnungstreue wettmachen. Welches ihnen an Eröffnung fehlt, ersetzen sie durch Lautstärke. An die Stelle welcher Wissbegierde ist die Wachsamkeit getreten, an die Stelle des Arguments dasjenige Twitter-Gekreisch.

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Vor allem ist die moderne Linke roh humorlos. Nichts fürchtet welcher Zelot so sehr wie die Ironie. Dies Lachen ist dasjenige Erste, welches im Monarchie des Himmels verboten wird. Dies verbindet die Adepten des neuen Denkens übrigens mit ihren Feinden. Untergeordnet in welcher AfD wird nicht gelacht. Oder wenn sie dort lachen, kommt ein merkwürdiges Aufstampfen hervor.

Elke Heidenreich hat recht, die meisten Vertreter welcher neuen Linken Vorlesung halten nichts mehr. Dies ist dasjenige Paradoxe: Keine Generation ist so obsessiv mit Sprache beschäftigt wie die Generation Gender. Ein falsches Wort kann hier ausreichen, um bleibenden Schaden zu vererben. Synchron ist sie merkwürdig desinteressiert an Wohlklang und Schönheit welcher Sprache. Untergeordnet dasjenige ist ja ein Signet welcher neuen politische Bewegung, dass sie zu einer nennenswerten Theoriebildung nicht mehr in welcher Stellung ist.

Was auch immer, welches die Sympathisant im Angebot nach sich ziehen, ist neben ein paar traurigen MeToo-Texten und den modischen Umdeutungen des Judenvernichtung zu einem zweitrangigen Ereignis dasjenige gebetsmühlenhaft vorgetragene Glaube, dass die Wurzel allen Übels welcher Rassismus sei. Wenn man mit ihnen zusätzlich Heine oder George Sand oder die Liebesbriefe von Kafka reden wollte, blickte man in tote Augen.

„Jener Philister hat oft in welcher Sache recht, nie in den Gründen“

Jener Text, mit dem sich Bettina Gaus von welcher „taz“ verabschiedete, hieß: „Abschließende Gedanken zusätzlich ‚Mächtigkeit‘“. Darin findet sich welcher Sprung: „Die Frage ist natürlich, wer tatsächlich die Ohnmächtigen sind – und ob es immer diejenigen sind, die sich dazu halten.“

Die Volk, die anderen gerne vorhalten, sie sollten ihre Privilegien prüfen, sind ja in welcher Regel nicht dasjenige, welches man unterprivilegiert nennt. Sie sind mehrheitlich besser fähig qua andere in welcher Vereinigung. Sie sind besser vernetzt, besser gestellt und besser geschätzt ohnehin.

Philister ist dasjenige bessere Hälfte Wort zu Händen den Kleingeist, dem die Prinzipientreue zusätzlich was auch immer geht. Selbst habe neulich zusammenführen schönen Sprung des Dramatikers Friedrich Hebbel gefunden: „Jener Philister hat oft in welcher Sache recht, nie in den Gründen.“ Selbst bin sicher, welcher Sprung hätte Bettina Gaus Gefallen finden an.

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Oberhalb den Skribent

Die Leser lieben oder hassen ihn, gleichgültig ist Jan Fleischhauer den wenigsten. Man muss sich nur die Kommentare zu seinen Kolumnen ansehen, um zusammenführen Eindruck zu bekommen, wie sehr dasjenige, welches er schreibt, Menschen bewegt. 30 Jahre war er beim SPIEGEL, Entstehen August 2019 wechselte er qua Kolumnist zum FOCUS.

Fleischhauer selbst sieht seine Versprechen darin, einer Weltsicht Wählerstimme zu verleihen, von welcher er meint, dass sie in den deutschen Medien unverhältnismäßig wenig ist. Aus diesem Grund im Zweifel gegen Herdentrieb, Gemeinplätze und Denkschablonen. Vergnüglich sind seine Texte in jedem Fall – vielleicht ist es dieser Unannehmlichkeit, welcher seine Gegner am meisten provoziert.

Sie können unserem Skribent schreiben: Per Mail an [email protected] oder hinaus Twitter @janfleischhauer.

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