Friday, December 3, 2021
spot_img

“Heimliche Reisen” – neue autobiografische Prosa von Helga Schütz


Wenn die Steuererklärung ansteht, herrscht im Kontext Helga Schütz Notstand. „Funktionieren zu tun sein unterbrochen werden. Ausflüge entfallen. Die Enkelkind bekommen kein warmes Gericht. Manchmal reißt jener rote Zwirn einer angefangenen Vergangenheit, bloß weil Rechnungen sortiert und Formulare ausgefüllt werden zu tun sein.“ Ganz schlimm nur wird es, wenn dies Fiskus mal wieder nicht in jener Position ist, die „geschilderten Studien einem Fachgebiet zuzuordnen“ und die Ausgaben zum Besten von die letztjährige Florenzreise nicht quittieren will. Welches tun? „Not, nebensächlich Erklärungsnot macht erfinderisch.“

Schreiben wie Schwindelei

In ihrem wundervollen Erinnerungsbuch „Heimliche Reisen“ schreibt Helga Schütz, die in Potsdam-Babelsberg lebt, leicht eine Vergangenheit, die ihre Reise rechtfertigt und dies Fiskus zufriedenstellt. Schließlich ist sie ja Schriftstellerin. Welches ihre Schraubenmutter übrigens nie gutheißen konnte. „Selbst schwindelte, wenn ich an jener Schreibmaschine saß, aus einem Birnenbaum machte ich kombinieren Apfelbaum, ich fantasierte reichlich eine Vorgang, die sie in anderen Zusammenhängen, unter anderen Namen kannte, sie zweifelte an meinem Gedächtnis, sie fürchtete um meine Zurechnungsfähigkeit, trotzdem hielt sie zu mir, sie hoffte mütterlich gen Vernunft und Gesundung und glaubte an kombinieren guten Mark in mir, sie hoffte, dass sämtliche Chefs, Funktionäre und Ämter mir halbwegs gewogen waren.“

Mit feinem Sensorium

Liebevoll erinnerte Episoden wie sie und die ganz eigene Erzählstimme sind es, die dies Buch jener 1937 im schlesischen Falkenhain geborenen Helga Schütz zu einem Erlebnis werden lassen. Wie die ältere Christa Wolf (1929-2011) und die irgendwas jüngere Helga Schubert (geb. 1940) gehört Helga Schütz einer Generation an, die durch ihr Leben in jener SBZ wirklich irgendwas zu erzählen hat und ein feines Sensorium entwickelte.

Nicht immer war es leichtgewichtig. Doch jetzt im am Lebensabend zahlt sich all dies Lieben und Lugdunum Batavorum aus, kann sie doch aus mannigfaltigen Erinnerungen schöpfen. Diesmal erzählt sie nicht chronometrisch wie in ihrem autobiografisch motivierten Roman „Sepia“ (2012), sondern wirft Schlaglichter gen ihr Leben. Helga Schütz erzählt von sich selbst, welches nicht heißt, dass sie aus Birnen nicht schon mal Äpfel macht.

Magische Wahlstimme

Manches hat man in ihren Büchern schon einmal gelesen. Daher immer wieder gerne lauscht man dieser magischen Wahlstimme, wenn sie von ihrem kleinen Verschlag am Tümpel erzählt. Denn sie schwanger und mit einem „verheirateten Gefährten“ liiert 1960 dies Kleinod an jener Havel entdeckt, wird sie noch gewarnt: „Dies wird wie im alten Volksrepublik China, erklärte jener Kumpan, eines Tages steht hier und schief durchs Nationalstaat eine dicke Wall.“ Jener Stadtammann, jener dies Haus vermittelt hat, wiegelt noch ab. „Wer soll denn die zusammensetzen? Sieh dir unsrige Straßen an, ein Schlagloch am anderen. Kein Werkstoff, keine Maschinen, keine Personen.“ Kaum wohnt Helga Schütz in dem Haus, steht die Wall. Nur die Katze findet noch kombinieren Durchschlupf zum Tümpel.

Jener verhängnisvolle Praktikant

Helga Schütz ist eine dieser starken Frauen, die in jener SBZ ihren Weg gingen und ein selbstbestimmtes Leben führten. Schicksalsschläge musste sie wegstecken. Ihre Tochter Claudia war ein kränkelndes Kind und wurde nur zwölf Jahre Altbier, weil jener Praktikant sich vor dem Durchschneiden ihrer Nabelschnur nicht die Hände gewaschen hatte. Jener „Gefährte“ und Kindsvater kam reichlich den Sorge nie hinweg und kehrte zu seiner Ehefrau zurück. „Plötzlich stand die Wall nicht nur unten am Tümpel, sie stand zwischen uns.“

Ein Rückblick voller Empathie

Ihr Zusammenfassung zum Besten von kombinieren Kinderfilm zur Verkehrserziehung mit dem Titel „Die Straße ist nicht unerfahren“ wurde von jener Defa abgelehnt, weil Rot darin zum Besten von Gefahr stand, wo doch jeder weiß, dass es die Nuance jener Malocher und Kommunisten ist. Jahre später dann warnte jener Stasi-Nachbar im Turnhemd die Schriftstellerin davor, in jener Leipziger Nikolaikirche eine Lesung zu verschenken, und erinnerte sie an dies Massaker gen dem Sportstätte des Himmlischen Friedens. Helga Schütz erzählt dies was auch immer ohne Verbitterung und voll von Empathie. Egal, ob sie autobiografisch ganz im Kontext sich bleibt, oder einem Birnen zum Besten von Äpfel verkaufen will.

Helga Schütz: Heimliche Reisen. Struktur, 384 Seiten, 24 Euro.

Von Welf Grombacher



Source link

In Verbindung stehende Artikel

- Werbung -spot_img

Neueste Artikel